SkF will vor der Bundestagswahl zentrale Themen seiner Arbeit in die politische Debatte einbringen

„Frauen wollen mehr“: Unter dieser Überschrift stellt der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) im Vorfeld der Bundestagswahl Forderungen an die Politik. „Ein Leben ohne Gewalt“ ist eine zentrale Forderung der Frauen. „Jede dritte Frau erfährt im Lauf ihres Lebens Gewalt durch ihren Partner“, erklärt Reinhild Steffens-Schulte, SkF-Geschäftsführerin im Erzbistum Paderborn. Doch noch immer gebe es nicht genügend Plätze in Frauenhäusern, wo betroffene Frauen Zuflucht finden können. „Wir wollen einen Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe für alle von Gewalt betroffenen Frauen und Kinder – unabhängig von Einkommen, Herkunft oder Aufenthaltsstatus“, sagt Steffens-Schulte. Dazu brauche es endlich eine bundesgesetzliche Regelung der Finanzierung von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen. 

Die zentralen sozialpolitischen Forderungen will der SkF nicht nur digital, sondern auch mit einer Postkartenaktion unter das Wahlvolk bringen. Vor dem Paderborner Dom gaben die Mitarbeiterinnen der Diözesangeschäftsstelle des SkF deshalb den Startschuss für Aktionen des SkF mit seinen 20 Ortsvereinen im Erzbistum Paderborn. „Gute Chancen für alle Kinder“ forderte dabei SkF-Mitarbeiterin Marie-Luise Tigges. Noch immer hätten nicht alle Kinder die gleichen Chancen auf einen guten Start ins Leben. Deswegen fordert sie eine Kindergrundsicherung, in der einfach und übersichtlich alle familienpolitischen Leistungen zusammengeführt und ausgebaut werden. „Auch Kinder aus benachteiligten Familien sollten gute Chancen auf Bildung und Teilhabe bekommen“, ist sie überzeugt.
Dass das Leben geschützt ist, ist eine weitere Forderung des SkF. Dieser verweist dabei auf die sich rasant entwickelnden medizinischen und technischen Möglichkeiten in der Reproduktionsmedizin, die aber tief in das Wertegefüge eingreifen. Bei aller Sehnsucht von Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch müsse der Schutz des ungeborenen Lebens im Mittelpunkt stehen. Leihmutterschaft und Eizellenspende müssten in Deutschland auch weiterhin verboten bleiben, so der SkF. 

„Wir wollen die Chance nutzen, zentrale Forderungen unserer Arbeit in die politische Debatte einzubringen und auch mit den Kandidatinnen und Kandidaten für den Bundestag ins Gespräch kommen“, sagt Reinhild Steffens-Schulte.

Ein Leben ohne Gewalt, gute Chancen für alle Kinder und den Schutz menschlichen Lebens fordern Marie-Luise Tigges,
Reinhild Steffens-Schulte und Jana Timmerberg (von links) von der Diözesangeschäftsstelle des SkF vor dem Paderborner Dom. (Foto: cpd / Markus Jonas)