Zum aktuellen kirchlichen Geschehen gibt der SkF Gesamtverein folgendes Statement ab:
Das Kölner Gutachten zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Erzbistum belegt ein verstörendes System der Tabuisierung von Sexualität, des Missbrauchs von
Macht und der gezielten Vertuschung. Nicht zuletzt zeigt sich ein erschreckendes Fehlen von Empathie und der Bereitschaft, Verantwortung für die Auswirkungen auf
das Leben der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu übernehmen. Leider muss davon ausgegangen werden, dass das für andere Bistümer ebenfalls gilt.
Zehn Jahre des Ausweichens und der Ablenkung sind unerträglich. Jetzt muss endlich eine konsequente Gewaltenkontrolle, eine lebensbejahende und lebensnahe
Sexualmoral, Entklerikalisierung und Geschlechtergerechtigkeit in unserer Kirche umgesetzt werden.
Entschieden wehren wir uns daher gegen das Verbot aus Rom zur Segnung homosexueller Paare. Jetzt ist es Zeit für Ungehorsam. Wir fordern alle Seelsorger
eindringlich auf, niemandem den Segen zu verweigern. Es muss endlich Schluss sein mit Verletzungen. Wertschätzung muss erfahrbar werden.
Unser Geistlicher Beirat Weihbischof Puff hat sich aufgrund eines im Gutachten festgestellten Verstoßes gegen die Aufklärungspflicht von seinen Aufgaben
freistellen lassen und öffentlich erklärt, dass er sich seiner moralischen Schuld stellen wird. Vor dieser Haltung haben wir Respekt.

Dortmund, 22.03.2021
Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V.
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